Tidy Kid – Toxic Feelings – Feeling Toxic

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Tidy Kid ist ein australischer Produzent und Musiker. Er hat bereits 6 EPs online und kostenlos veröffentlicht und arbeitet zur Zeit an seinem ersten Vollzeit-Album, das nur als Vinyl-LP erscheinen soll. Seine letzten beiden Online-Releases („Toxic Feelings“ und „Feeling Toxic“) findet man über seine Internetseite.

Beide EPs hören sich in meinen Ohren düsterer an als die Vorgänger und scheinen in einer verwirrten und orientierunglosen Phase in Tidy Kids Leben entstanden zu sein. Er schreibt dazu auf seiner Website unter dem Titel „toxic times are now over“:

I have realised that the loud nasty tracks that lay before me in these 2 eps are so documentative . so factual of the time and space that i was in . for this reason i’m very happy to release them . even though they have not much to do with where i’m heading . I kinda don’t like them.

Toxic Feelings

Außergewöhnlich finde Ich schon den ersten Titel auf „Toxic Feelings: „Toy Plane in Ice“ – ein melodisches, leicht verzerrtes Gitarrenarpeggio, harmonisch und zerbrechlich, wird von einem kurzen Störgeräusch unterbrochen, das sich weder in Klangfarbe noch in Timing irgendwie in den Hintergrund einpasst. Nach dem verstörten Anfang, wird das Gitarrenarpeggio noch weiter variert, begleite von verschieden stark verzerrten Klängen und läuft schließlich aus.

Die weiteren Titel auf dieser EP sind allesamt sehr rhytmisch geraten. Aus verschiedensten Klägen zusammengeschusterte Beats, werden sphärischen, piepsigen, bisweilen verspielt verspulten Melodien gegenübergestellt.

Eine besondere Stellung nimmt das nur neun Sekunden lange „They stole her mother“ ein: Zwei mal wird dieser Satz von gelayerten Tidys gesungen – die Melodie erinnert dabei an das großartige „Fragment 2“ – dann endet das Stück in etwas Gepiepse.

Tidy Kid bei einem Auftritt

Feeling Toxic

Beim Hören von „Feeling Toxic“ wird klar, das die beiden EPs in der selben Zeit entstanden sind. Auch hier eine überwiegend düstere Stimme, auch hier der Gegensatz zwischen technischen Beats und träumerischen Melodien. Die letzten beiden Stücke brechen aber mit diesem Muster.

Der „Those Red Paintings (Tidy Remix)“ war mir zunächst suspekt: durchgehender Gesang und eine poppige Melodie, gesungen von verzerrten Stimmen. Nach ein paar Mal durchhören, fällt dann aber Tidy Kids Handschrift deutlich ins Ohr und schließlich handelt es sich ja um einen Remix. Das letzte Stück „Coming up Trumps“ bildet den dunklen Höhepunkt der zwei EPs. Keine verspielte Melodie mehr, keine organischen Sounds, sondern ein düsterer, mechanischer Beat, eine ständig fallende, monotone Bassline und gelegentliches Babylachen.

Mir erscheint die erste der Zwillings-Eps „Toxic Feeling“ deutlich eingängiger, charakteristisch für Tidy Kids Sound und hörenswert für jeden der sich für IDM begeistern kann. „Feeling Toxic“ ist dagegen eher etwas für Hörer, die bereits Fans sind und sich Tidy Kids Versuche in Richtung Pop und Industrial nicht entgehen lassen wollen.

Related: Tidy Kids Homepage

Eine Antwort to “Tidy Kid – Toxic Feelings – Feeling Toxic”

  1. Emil Mond Says:

    Übrigens steht da ein (roter) Nord Lead 3 Synthie!

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