Judith

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Judith ist eine Kooperation zwischen increpare games und distractionware. Der Spieler (tatsächlich ist Judith kein Spiel, sondern eine interaktive Geschichte) lernt die Geschichten von Judith und ihrem Ehemann in spe, sowie die von Emily und Jeff, zwei heimlichen Liebhabern kennen. Beide Geschichten finden in einem alten Schloß statt.

Bevor ihr weiterlest solltet ihr die Geschichte gespielt haben!

Besonders begeistert hat mich die sehr dichte Atmossphäre: die minimalistische Grafik lässt genügend Spielraum für die eigene Fantasie, Musik wird nur eingesetzt um die Stimmung nach wichtigen Ereignissen zu untermalen und die spärlichen Geräusche der ansonsten stummen Umwelt haben mir jedes Mal eine Gänsehaut über den Rücken gejagt. Etwa wenn ich mich kurz nach betreten des Schlosses nach einem vermeintlichen Verfolger umsehe, bis ich feststelle, dass die „Schritte“ von einer Wanduhr kommen. Zu dieser Atmossphäre trägt auch die sehr hohe Geschwindigkeit der Kamera, die ein langsames Erfassen der Umwelt unmöglich macht und die Körperlosigkeit der jeweils handelnden Person bei.

Bemerkenswert finde ich auch die Gemeinsamkeiten der zwei Erzählstränge und des Traums von Judith: ein goldenes Halsband, ein Grab (der Mann im Traum begräbt seine Frau, Judith begräbt den Gefangenen, Jeff gräbt den Gefangenen wieder aus), das Schloss als Schauplatz, eine Liebesbeziehung zwischen zwei Menschen (die im Traum Judiths ist schon zu Ende, Judiths eigene Geschichte geht gerade zu Ende, und Emilys Geschichte mit Jeff beginnt erst).

Dann gibt es da noch die Türen, von denen so viele immer verschlossen sind. Nachdem Ich die blutige Goldkammer entdeckt habe, wollte ich bereits nur noch aus dem Schloss entkommen, aber die Ausgangstür war bereits verschlossen. Judith ist also selbst hinter einer dieser Türen gefangen die sie nach und nach öffnet. Am Ende des Spieles findet Jeff Emily wieder und zwar hinter einer verschlossenen Tür, wie sie dort hingekommen ist, bleibt offen und erscheint logisch betrachtet unmöglich.

Einer der Kommentar auf der Entwicklerseite weist daraufhin, dass es in beiden erzählten Geschichten um Heimlichkeit in einer Beziehung geht. Einerseits die schrecklichen Geheimnisse von Judith zukünftigen Ehemann, andererseits die Heimlichkeit aufgrund der „verbotenen“ Beziehung zwischen Jeff und Emily. Beide Erzählstränge enden dann mit dem Ende dieser Heimlichkeit: Judith erfährt was sich im letzten Raum verbirgt (der Spieler erfährt das nicht! oder doch?) und Emily will für immer mit Jeff zusammen bleiben, die Heimlichkeit ihrer Beziehung geht also zu Ende.

Was fällt euch an dem „Spiel“ auf?

2 Antworten to “Judith”

  1. Fabi Says:

    Ich muss sagen, ich hab lange gezögert, bis ich das Spiel gespielt habe. Allein deswegen, weil es „nur“ eine Geschichte erzählt und ichs als zu langweilig empfunden hab.
    Im Nachhinein war die Geschichte spannender, ereignisreicher und kurzweiliger als so manches Actionspiel!

    Lindi: Nein, als Spieler selbst erfährt man nict, was im letzten Raum ist. Man erfährt es nur über Judith, die es von ihrem Mann erzählt bekommt.

    Und wo begräbt der Mann im Traum seine Frau?

  2. Emil Mond Says:

    Bevor Judith den Garten findet, kann sie sich nur noch undeutlich an ihren Traum erinnert, meint aber, dass der Mann ein Grab für seine Frau geschaufelt hat.

    Und der Spieler erfährt ja doch in gewisser Weise, was sich im letzten Raum verbirgt: Emily.

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